Druckereien
Elektronische Medien vermitteln den Eindruck, dass bedrucktes Papier immer mehr an Bedeutung verliert. Dieser Eindruck täuscht, denn Druckereien haben in den vergangenen Jahren sogar an Bedeutung gewonnen. Ohne Druckerei würde es keine Bücher, keine Formulare, keine Kataloge oder hochwertige Visitenkarten geben. So tragen Druckereien wesentlich dazu bei, dass unser öffentliches Leben überhaupt funktionieren kann.
Kaum eine andere Branche hat sich im Laufe der vergangenen Jahre so sehr verändert. Die Entwicklung begann im 15. Jahrhundert durch die revolutionäre Erfindung Johannes Gutenbergs, die beweglichen Lettern, und Senefelders Entdeckung der Lithografie im 18./19. Jahrhundert. Diese Techniken sind heute nur noch in kleinen Nischen-Druckereien zu finden. Bis in das 20. Jahrhundert war der Buchdruck mit nur geringen Veränderungen das Standardverfahren in den Druckereien.
Die eigentliche Revolution war der Schritt vom Buchdruck hin zu Offset- und Tiefdruck oder zum Digitaldruck. Allesamt Druckverfahren, die heute die Druckereien dominieren. Die traditionellen Berufe in einer Druckerei sind überwiegend verschwunden: Schriftsetzer oder Buchdrucker gibt es heute kaum mehr.
Die größten Druckereien arbeiten mit Rollen-Rotationsmaschinen, mit denen zum Beispiel Zeitungen, Zeitschriften oder Kataloge mit hohen Auflagen gedruckt werden. Auch Bücher ohne farbige Bilder werden auf Rotationsmaschinen gedruckt.
Vierfarb-Offsetdruck-Maschinen werden in einer Druckerei vor allem für hochwertige Drucke eingesetzt. Hierzu gehören zum Beispiel Hochglanzprospekte, Bücher im Vierfarbdruck oder anspruchsvolle Drucksachen in geringer Auflage. Kleinere Offsetdruckmaschinen für ein- oder zweifarbige Formate in DIN A4 werden für Formulare, Briefbögen oder Visitenkarten benötigt.
Siebdruck wird in den Druckereien angewandt, die sich auf das Bedrucken verschiedenster Materialien, beispielsweise Stoffe oder Blech, spezialisiert haben.
Eine immer größere Bedeutung in der Druckerei bekommt auch der Digitaldruck, im Prinzip ein hochwertiges Kopiergerät, das mitunter erstaunlich gute Druckergebnisse liefert. Von Kunden über das Internet gelieferte Daten können 1:1 gedruckt werden. Druckplatten sind hierfür nicht mehr nötig.
Man schätzt, dass es in Deutschland etwa 10.000 Druckereien gibt, deren Zukunft gesichert sein dürfte. Die ständige Weiterentwicklung der Techniken wird jedoch die Zahl der Beschäftigten weiter reduzieren, Druckerzeugnisse wird es aber vermutlich weiterhin geben.
